Wildnis Oderbruch

Prolog:

39 Kilometer, eine Portage (vielleicht). Ungefähr vor 3 Monaten wurde die Idee geboren, eine Forenpaddeltour durch das schöne östliche Brandenburg zu organisieren. Wildnis, Störche, trübe einsame Flüsse, viele nette Leute, Lagerfeuer. Das war die Vorstellung. Etliche Forenbeiträge wurden verfasst, Befahrungsregeln studiert, Kontakte geknüpft und wieder gelöst, Routenvorschläge ausgearbeitet und wieder verworfen. Und dann ist es endlich soweit. Wir sitzen auf dem Biwakplatz Paulshof, bestaunen das Wetterleuchten in der Ferne (oder waren es nicht doch Nordlichter?) und warten darauf, daß auch die letzten Teilnehmerinnen eintreffen. Schlußendlich sammeln sich 10 Abenteuerlustige, die sich mit 7 Zelten und 7 Booten ausgerüstet dem Wagnis Oderbruch aussetzen wollen. Das Wetterleuchten entpuppt sich als handfestes Gewitter, das am Abend auch über Paulshof hereinbricht. Der überdachte Picknickplatz bietet Schutz vor den gröbsten Wassermassen und so sitzen die unerschrockenen Fories bis ca. 23:30 Uhr beisammen.

1. Tag:

Der Tag beginnt freundlich. Langsam kommen alle aus ihren Zelten gekrochen. Es wird gefrühstückt, geräumt, sortiert und um 11:15 Uhr sind wir abfahrbereit.

Zunächst paddeln wir die Mucker flußabwärts. Hier am östlichsten Rand der Republik wirkt die Natur fast unberührt. Die Mucker ist recht schmal und schlängelt sich beschaulich gen Norden. Nach ca. 4 km erreichen wir die Stille Oder. Wir kommen gut voran und bald schon sehen wir die Häuser der Örtchen Gabow und Neutornow. Am Ufer steht ein Radfahrer und späht intensiv in unsere Richtung. Der Staatsschutz? Nein! Es ist der Pfad-Finder, anscheinend im Auftrag des Herren – äh – Forums unterwegs. Wir verabreden eine Pause am Wehr Neutornow und paddeln weiter. Das Wehr ist erfreulicherweise offen und so lassen wir den offiziellen Rastplatz am linken Ufer liegen und paddeln hindurch. Wer weiß, wann es wieder geschlossen wird… Hinter dem Wehr finden wir eine geeignete Stelle zum Rasten. Pfad-Finder, unser Versorgungsfahrzeug, nimmt den Landweg dorthin und versorgt uns mit Schokoladekeksen.

Nach der Rast geht es links in die Alte Oder. Die Gegenströmung ist kaum spürbar, trotzdem zieht sich die Strecke. Am Rastplatz Altranft-Zuckerfabrik nutzt die Crew der shane die Chance, sich einen kleinen Vorsprung zu verschaffen. Dieser währt aber nicht lange und so wird sie kurz vor dem Ziel noch abgefangen. Wir erreichen unseren Biwakplatz Neugaul gegen 16 Uhr.

Hier wird wieder eine Zeltstadt errichtet und während die eine Hälfte anscheinend noch nicht genug Bewegung hatte und sich zu Fuß ins nächste Örtchen aufmacht, bereitet die andere Hälfte sich ein 5-Gänge-Menü. Der Abend klingt am Lagerfeuer aus und um 22:15 Uhr sind alle in ihren Zelten verschwunden.

Impressionen:

Lüftende Schlafsäcke

Lüftende Schlafsäcke

Abends in Neugaul

Abends in Neugaul

Was ist das?

Was ist das?

Daisy in ihrer Hängematte

Daisy in ihrer Hängematte

2. Tag:

Der Dauerregen, der sich in der Nacht eingestellt hat, hört erfreulicherweise pünktlich zum Aufstehen auf. Schnell wird gefrühstückt und alles zusammen gepackt, denn wir wollen zeitig los. Immerhin haben wir 22 km vor uns und wir wollen spätestens um 16 Uhr in Oderberg ankommen.

Wir paddeln also um 9:30 Uhr los, zunächst den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind. Da wir nun mit der Strömung paddeln, kommen wir gut voran. In Neutornow fahren wir wieder durch das immer noch geöffnete Wehr, um zu dem offiziellen Rastplatz zu gelangen. Wir sind inzwischen zu der Überzeugung gelangt, daß das Wehr wohl in der Regel offen ist und nur bei Hochwasser eventuell geschlossen werden wird.

Nach der Rast geht es weiter auf der Wriezener Alten Oder, die ab Schiffmühle für den Bootsverkehr gesperrt sein soll. Davon ist aber nichts zu spüren. Im Gegenteil: sogar motorbetriebene Boote befahren ungeniert diesen Abschnitt. Wir lassen einen schönen inoffiziellen Rastplatz bei ca. Gewässer-km 6 links liegen und paddeln bis zur Mündung des Freienwalder Landgrabens, wo wir unsere zweite Pause machen.

Wir liegen gut in der Zeit und erreichen Oderberg nach weiteren 5 km um 15:30 Uhr.

Ein unbeirrbarer Schwan

Ein unbeirrbarer Schwan

Daisy relaxed

Daisy relaxed

Paddler hinten

Paddler hinten

Paddler vorn

Paddler vorn

Fazit:

Eine wirklich gelungene Tour in einer fast unberührten Landschaft, zumindest der erste Abschnitt bis Neutornow ist wirklich abgeschieden. Die von uns angepeilten Biwakplätze waren schön gelegen, hätten nur etwas besser gepflegt sein können. Insbesondere am Biwakplatz Neugaul könnte mal jemand mit dem Rasenmäher vorbei kommen und dann auch gleich die Tür zum Plumpsklo reparieren… Das Wetter war soweit akzeptabel, Regen gab’s nur nachts, tagsüber um die 20 Grad, je nach Sonnenschein. Die befürchtete Sperrung zwischen Neutornow und Bralitz erwies sich als nicht existent.


Paddeln im Oderbruch

An diesem Wochenende begibt sich das Dromedar mit einigen Artgenossen auf eine Paddeltour in den Osten Brandenburgs. Hier ist die geplante Route:


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Mit dabei sein werden auch das Roomie und das Vikunja. Beladen mit drei Schwielensohlern und dem Gepäck für zwei Tage wird dann das neue schwimmende Transportmittel einer harten Belastungsprobe unterzogen werden.

Ally

Ally


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