Dalslandkanal – Tag 9

Regen und Donnergrollen. Damit beginnt der letzte Tag auf dem Dalslandkanal. Zum Glück hatten die Schwielensohler in weiser Voraussicht am Vorabend das Tarp aufgespannt. So können sie ganz in Ruhe im Trockenen sitzen, frühstücken und abwarten, wie sich das Wetter so entwickelt. Günstigerweise können sie bald einpacken und in See stechen.

Heute stehen 3 Schleusen mit insgesamt 5 Schleusenkammern auf dem Programm. Wegen zweier Passagierschiffe, die angekündigt waren und deshalb Vorrang besitzen, zieht sich der Schleusenvorgang sehr lange hin.

Um 15:00 Uhr erreichen sie den Laxsjön und den Campingplatz, von dem aus sie vor 9 Tagen gestartet waren, und mieten sich dort eine kleine Hütte. Aber es ist nicht irgendeine Hütte, sondern die einzige Hütte mit Ausblick auf den See und weit weg von den Campern. Was für ein Glück die Schwielensohler doch haben.

Jetzt müssen sie nur noch einmal kurz um die Ecke paddeln, um besser an ihre Hütte heranzukommen. Auf diesen letzten Metern erfaßt sie aber doch noch das Gewitter, das sich schon eine Weile angekündigt hatte, und verwandelt die Schwielensohler in triefend nasse, um ihr Leben paddelnde Geschöpfe. Zum Glück wartet eine heiße Dusche und frische trockene Kleidung auf die begossenen Pudel.

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Statistik: 11 km – 2 Schleusen


Dalslandkanal – Tag 8

Das Ende der Schönwetterperiode kündigt sich in der Nacht durch Regen und Donnergrollen an. Am Morgen ist es aber zum Glück trocken. So kann das morgentliche Frühstück- und Einpackritual wie gewohnt durchgezogen werden.

Heute steht eine aufregende Schleuse in Håverud an. Aufregend, weil sie mit 4 Schleusenkammern mehr als 10 Meter Höhenunterschied überbrückt und man darüber hinaus noch über eine Bootsbrücke, die hochtrabend Aquädukt genannt wird, fahren muß. Die Schwielensohler erreichen Håverud gegen 13:00 Uhr, nachdem sie zuvor noch die Schleuse Upperud passiert hatten. Zur Mittagszeit an einem Sonntag im August rechneten sie eigentlich mit einer langen Wartezeit in Håverud, aber zu ihrer Überraschung dürfen sie sofort hinein fahren und sind die einzigen zu dieser Zeit. Somit haben sie alle Aufmerksamkeit der zahlreichen Schaulustigen für sich.

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Nach dem Schleusen wird angelandet und in der Schleusen-Brasserie ein richtiges und leckeres Mittagsmahl eingenommen und anschließend weiter Zeit in den dortigen Souvenirläden vertrödelt. Da es aber die ganze Zeit über mehr oder weniger regnet, haben sie es nicht eilig. Erst um 17:00 Uhr können sie sich wieder aufraffen. Sie paddeln den Åklang hinauf, passieren die Schleuse Buterud, die sie seitlich bei starker Gegenströmung umfahren können, und landen im Råvarpen auf einer einsamen Insel an, wo sie ihr Nachtlager aufschlagen.

Inzwischen hat der Regen vollständig aufgehört und sie sind bester Hoffnung, daß der nächste Tag, der ihr letzter Paddeltag sein wird, trocken bleiben wird.


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Statistik: 15,2 km – 2 Schleusen


Dalslandkanal – Tag 7

Anderswo tobt vermutlich der Bär an diesem Tag, aber die Ruhe und Romantik des Ärr, der weit entfernt liegt vom Massentrubel des  Kanotmaratons,  läßt die Schwielensohler am Morgen kaum los. Doch sie müssen weiter. Schweren Herzens packen sie ein und paddeln los. Nach kurzer Distanz erreichen sie die Schleuse Strömmen. Der Schleusenwart, ein alter, weißhaariger, putziger Kerl, ist sehr zuvorkommend. Er versorgt die Schwielensohler mit frischen Wasser und nimmt ihnen den Müll ab.

Weiter geht’s auf dem Ånimmen, der ganz im Gegensatz zum Ärr sehr unruhig und deshalb schwierig zu befahren ist. Nach etwa 2/3 des Sees machen sie eine ausgedehnte Mittagsrast an einem Biwakplatz. Gut, daß die Hängematte dabei ist. Sie ist ein perfekter Liegestuhl. Doof, daß es nur eine gibt…

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Am Ende des Ånimmen liegt die Schleuse Snäcke. Auch die hiesige Schleusenwartin ist sehr nett und kassiert direkt vom Boot aus. Es folgt der Nedre Upperudsälven, ein sehr verwinkelter und stark befahrener See. Hier lassen sich die Schwielensohler für die Nacht nieder. Der Platz ist sehr schön gelegen, nur geeignete Zeltplätze sind, wie so oft, Mangelware. Die Schwielensohler müssen ihr Zelt in einer Kuhle aufbauen. Ob das mal gut geht…?


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Statistik: 15,5 km – 2 Schleusen


Dalslandkanal – Tag 6

Wandertag in Fengersfors

Am Morgen paddeln die Schwielensohler ein kurzes Stück den Knarrbysjön hinunter und gelangen in Fengersfors zu ihrer (hoffentlich) letzten Umtragestelle. Diese wird mit 3,4 km Länge ihre längste und beschwerlichste Portage sein. Entschädigung verspricht die Aussicht auf einen Laden, ein Café oder einen Kiosk, denn Fengersfors ist ein recht großer Ort. Also wird die Shane am Straßenrand abgestellt und der Ortskern erkundet. Dieser entpuppt sich als reines Wohngebiet mit akurat gemähten Vorgärtenrasen. Aber kein Laden weit und breit. Wo holen diese Leute bloss morgens ihre Brötchen?

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Enttäuscht schnappen sich die Schwielensohler ihre Shane und stapfen weiter in der Hoffnung, am Ende der Portage doch noch fündig zu werden. Nach ca. 100 Metern erscheint ganz plötzlich das Einkaufsparadies in Gestalt einer dem DDR-Konsum stark nachempfundenen Baracke. Hier decken sich die Schwielensohler mit allem ein, wonach es ihnen in den letzten Tagen gelüstete.

Glücklich und zufrieden machen sie sich auf die letzen 2,5 km der Portage, die sie sichtlich genießen bei gefühlten 30 Grad in praller Sonne und gefühlten 10 Grad Steigung. Endlich angekommen am Ärr marschieren sie nochmal zurück zum Lantcafé, dessen Hinweisschild sie auf dem Weg passierten. Hier gibt es Angelkarten, Limonade, Kaffee und Kuchen und einen schönen Ausblick auf den See, der vor ihnen liegt.

Gepaddelt wird an diesem Tag nicht mehr viel. Die Schwielensohler landen an einem sonnigen Platz an, an dem sie ganz alleine bleiben und die Stille der Abenddämmerung genießen können, und die ganzen Angelbemühungen des Dromedars der letzten Tage werden auch endlich belohnt – durch einen zwar kleinen aber umso wohlschmeckenderen Barsch.

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Statistik: 8,5 km – 1 Mörderportage


Dalslandkanal – Tag 5

Spät erheben sich die Schwielensohler von ihrem Nachtlager. Wegen der langen und späten Abenddämmerung im Vergleich zum letzten Jahr in Kanada verschiebt sich hier alles um 1 – 1,5 Stunden. Als Erstes ist eine 1800 m Portage zu bewältigen. Angekommen am Edslan können sie endlich in See stechen. An seinem anderen Ende in 8 km Entfernung wartet die 2. Portage, aber auch ein Picknickplatz, der neben einem Hotel liegt. Hotel? Das klingt nach gepflegtem Essen, vielleicht einem Imbiß und Eis! Die Schwielensohler malen sich die schönsten kulinarischen Köstlichkeiten in ihren Hirnen aus und gehen erwartungsvoll zum … geschlossenen??? Hotel. "today closed" steht vor dem Eingang. Wieso eigentlich ausgerechnet heute? An einem Donnerstag im August, an einem See bei schönstem Sonnenschein.

Naja, kann man machen nix. Aber die selbstgekochte Asiasuppe ist ja auch lecker.

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Die folgende Portage ist nochmal 1600 m lang und endet am Knarrbysjön. Der Weg führt sie nach 1000 m unter einer Brücke hindurch. Nur daß für "unter der Brücke" die Shane ein klitzekleines Bisschen zu wenig Tiefgang hat. Also heißt es noch einmal "alles raus aus dem Boot" und drüber hieven. Ob man das Portage nennen kann? Den unfreiwilligen Halt nutzen die Schwielensohler zu einem ausgiebigen Bad. Sie paddeln danach ca. 3 km, bis sie an ihrem heutigen Übernachtungsplatz ankommen. Dieser wird schon von einer schwedischen Familie bevölkert, aber der Platz bietet auch für die Schwielensohler ausreichend Platz.

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Statistik: 16 km – 2(3) Portagen


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